Armin1_Musikkapelle_Chronik
Chronik von 1907 bis 1982

 

Hohenstaufen ist ein historischer Ort und durch unser Kaisergeschlecht in aller Welt bekannt. Der Name Hohenstaufen hat Klang, und dieser Klang hat sich auf die Bevölkerung übertragen. Dies beweisen die hiesigen Vereine, sei es Gesang, Sport oder Musik.

So haben sich am 31. August 1907 in der Restauration "zum Hohenstaufen", musikliebende Männer eingefunden um eine Musikkapelle zu gründen. Laut Protokoll sind folgende Männer als Gründer aufgeführt: Karl Wörner, Christian Walter, Karl Wahl, Heinrich Schmid, Karl Rieker, Christian Gairing, Gottlieb Steinrock, Georg Schmid, Leonhard Link, August Beug. Außerdem noch H. Traum und Heinrich Blessing, welche die Kapelle leiten sollten.
 
 

Einige der Gründer:

vorne links: Leonhard Link,
hinten links: Gottlieb Steinrock,
hinten rechts: Karl Wörner,
vorne rechts: Christian Gairing,
rechts: Heinrich Blessing,
Kutscher: Karl Seitz
 
 

Kutscher: Karl Rieker
v. links n. rechts: Karl Rieker, Christian Stohrer, Herrmann Weiler, Heinrich Schmid
 
 
 
 
 
 

In der ersten Versammlung, am 31. August 1907, wurde folgendes Schriftstück verfaßt und mußte von den Gründern eigenhändig unterschrieben werden:
 
 
"Betreffs Gründung einer Musikkapelle in Hohenstaufen, verpflichten sich nachstehende eigenhändig unterschriebene Personen, den beiden Gründern Herrn Traum und Herrn Blessing jederzeit bereitwillig und in jeder Art und Weise Folge zu leisten. Ebenso verpflichten sich H. Traum und H. Blessing die Kapelle energisch zu unterstützen und zu fördern."


Nach Unterschrift des Schriftstückes und Wahl der Vorstandschaft wurde die Leistung der neugegründeten Kapelle folgenden Personen übertragen:

        1. Vorstand   :   Karl Wörner
        Kassier          :   Christian Walter
        Schriftführer:   August Beug
        Dirigenten    :   H. Traum
                                 H. Blessing

Um dem neugeborenen Kind einen Namen zu geben, entspann sich eine längere Debatte. Namen wie "Bergrutscher" oder Bergknappenkapelle" standen im Gespräch, bis dem Vorschlag von Karl Rieker, dem Namen "Musikkapelle Hohenstaufen" zugestimmt wurde und der sich bis heute erhalten hat; diesen Namen werden wir immer mit Stolz tragen.

Große Schwierigkeiten bereitete die Beschaffung der Instrumente. Da keine ausreichenden Geldmittel vorhanden waren, blieb den damaligen "Musikpionieren" nichts anderes übrig, als ein Darlehen von 500,- Mark aufzunehmen, und jedes Mitglied mußte sich verpflichten 50,- Mark in die Kasse zu zahlen, was für die damalige Zeit eine ungeheure Summe war. Zusätzlich mußte sich jedes Mitglied verpflichten, ob anwesend oder nicht, für jede Musikprobe einen Betrag von 30 Pfennig zu entrichten.

Herr Traum und Herr Blessing sollten 6,- Mark für eine Probe erhalten. Zu der Zeit war dies auch ein sehr hoher Betrag und die Männer hatten sich seinerzeit ein großes Opfer auferlegt. Kaum waren die ersten Übungsstunden vorüber, schon zeigten sich finstere Wolken am Firmament, denn es stellte sich heraus, daß Herr Traum und Herr Blessing ihrem Posten als Leiter nicht gewachsen waren und es mußte ein neuer Dirigent beschafft werden.

Dies gelang, indem Herr Oberhäuser aus Ebersbach gewonnen werden konnte. Es fanden nun in der Woche 2 Übungsstunden statt. Nach fleißiger Probearbeit konnte im Januar 1908 eine Jahresfeier mit Theateraufführung abgehalten werden. Diese Veranstaltung war mit Erfolg gekrönt und es konnten laut Protokoll 4 weitere Instrumente beschafft werden. Durch die Abhaltung eines Sommerfestes im August 1908 trat die Kapelle zum ersten Mal vor die breite Öffentlichkeit. Im Dezember 1908 wurde die zweite Jahresfeier veranstaltet und diese wurde wieder ein Erfolg der damaligen Bläser.

Doch kurz danach gab es, laut Protokoll vom 20.12., einen Wechsel in der gesamten Vorstandschaft, ein Zeichen, daß es nicht so einfach war (und auch heute nicht ist) diesen Wagen zu ziehen. Die Geschicke der Kapelle wurde nun folgenden Männern anvertraut:

        1. Vorstand    :    Christian Gairing
        2. Vorstand    :    Gottlieb Steinrock
        Kassier           :    Georg Schmid
        Schriftführer :    Karl Luther

Durch die Pflege der Kameradschaft in Form von "ausgedehnten" Proben, gelang es der neuen Vorstandschaft neue Mitglieder zu gewinnen; sie steigerten somit auch das Ansehen und die Beliebtheit der Kapelle. Doch blieb es nicht aus, daß von Zeit zu Zeit immer wieder schwere Gewitterwolken auftauchten und die Kapelle bis ins Mark erschütterten, wie zum Beispiel beim Wasserfest in Hohrein, bei dem es unter anderem verbeulte Instrumente gab. Doch auf Regen folgt bekanntlich Sonnenschein, so war es seinerzeit wie auch heute noch. Die damalige Kapelle bestand dann bis zum Ausbruch des I. Weltkrieges im Jahre 1914.

Nach Ende des I. Weltkrieges 1918/19 waren es Heinrich Blessing und Gotthold Weiler, die sich bemühten, die Musikkapelle wieder ins Leben zu rufen.

So kam es, daß im August 1919 ein Musikverein gegründet wurde.

Aktive Mitglieder waren: Heinrich Blessing, Robert Luther, Ernst Dannenmann, Karl Schmid, Karl Seitz, Karl Rieker, Gottlieb Frasch, Hermann Seitz I, Hermann Seitz II, Gotthold Weiler, Eugen Wahl, Georg Widmayer, Hermann Steinrock, Gottlieb Steinrock, Karl Weyhmüller

Passive Mitglieder waren: Karl Seitz, Hermann Weiler, Karl Wörner, Karl Luther sen., Ernst Bracher, Karl Luther, Christian Gairing, Leonhard Link, Adolf Dannenmann

Die neugegründete Kapelle wurde folgender Vorstandschaft anvertraut:

       1. Vorstand    :   Gottlieb Weiler
       Kassier           :   Georg Widmayer
       Schriftführer :   Gottlieb Frasch

Als Dirigent der neu zusammengestellten Kapelle konnte Herr Eugen Schmid aus Eislingen gewonnen werden.

Durch Überlassung der noch vorhandenen Instrumente konnte mit den Musikproben gleich begonnen werden. Es blieb nicht aus, die Instrumente überholen zu lassen und neue zu beschaffen. Dadurch war es notwendig, ein Darlehen aufzunehmen, welches die Lokalwirtin Frau Marie Mayer von der Restauration zum Waldhorn gewährte. Weiter mußte jedes aktive Mitglied 50,- RM Aufnahmegebühr bezahlen. Auch dies war nach dem verlorenen Krieg keine Kleinigkeit.

Durch geschicktes Anfassen der Musiker und die gute Leistung von Eugen Schmid, konnte die Kapelle sich bald vor der Öffentlichkeit zeigen und somit manchem Verein in näherer oder weiterer Umgebung Veranstaltungen musikalisch umrahmen. Bei solchen Veranstaltungen wurde es des öfteren sehr spät mit der Heimkehr, denn es gab zu dieser Zeit noch keinen Omnibusverkehr und so viele Autos wie heute. Nach getaner Arbeit mußte oft noch ein Fußmarsch wie von Heiningen oder sogar Kornberg nach Hohenstaufen zurückgelegt werden.

Die Musikkapelle Hohenstaufen im Jahre 1922 - hier bei einer Hochzeit vor dem Gasthaus Löwen.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Abgesehen von immer wieder kleineren Zwistigkeiten hielt die Kapelle unter der Leitung von Herrn Schmid in kameradschaftlicher Weise zusammen. Auch kamen immer wieder jüngere Kräfte zu der Kapelle. Leider legte Herr Schmid im Jahre 1924 aus gesundheitlichen Gründen seinen Dirigentenstab nieder, und die Kapelle wurde wieder vor das problem gestellt, einen neuen Dirigenten zu beschaffen. Dies gelang in Herrn Hausch aus Bartenbach. Mit der Neubesetzung des Dirigenten trat auch die Kapelle in den Verband der süddeutschen Volksmusiker ein. Unter der Leitung von Herrn Hausch konnte im darauffolgenden Jahr 1925 die Kapelle beim Musikfest in Eislingen sich einen 1. Preis erspielen. Die Kapelle bekam weitere Verstärkung und konnte im Jahre 1926 beim süddeutschen Musikfest in Schwäbisch Gmünd mit einer Kapellenstärke von 26 Mann einen 1. Preis in der Mittelstufe erspielen. Dies gab weiteren Aufschwung in der Kapelle und es meldeten sich 6 weitere musikbegeisterte Männer zum Beitritt an.

Weitere Erfolge konnte die Kapelle mit nach Hause nehmen:
 

Weiter hat die Musikkapelle Hohenstaufen erfolgreich teilgenommen an Musikfesten in Kirchheim /Teck 1929, in Göppingen 1930 und in Schwäbisch Gmünd 1931.

Mit Beginn des 3. Reiches wurde der Zusammenhalt der Kapelle wegen Meinungsverschiedenheiten geschwächt, das sich auch in der Leistung der Kapelle bemerkbar machte. Doch kam diese Sache wieder in Ordnung und die Kapelle kam wieder auf ihren alten Stand und konnte sich im Jahre 1939 beim Musikfest in Heidenheim in der Oberstufe einen 1a Preis erspielen.

Durch Ausbruch des 2. Weltkrieges dauerte es nicht mehr lange und der Spielbetrieb mußte wegen Einberufung verschiedener Musiker eingestellt werden. Es war für den Vorstand Robert Weiler nicht leicht mit den wenigen Musikern noch eine Kapelle zu stellen.

Robert Weiler steuerte mit Umsicht die Kapelle durch den ganzen Krieg. Doch hinterließ der Krieg auch seine Spuren in der Kapelle. Es waren 6 Kameraden, die nicht mehr in die Heimat zurückkehren durften. Dies sind: Karl Schmid, Otto Seitz, Johannes Schwenk, Fritz Knauss, Robert Seitz und Alfred Rösch.

Es war fast der ganze Klarinettensatz unserer Kapelle und es dauerte eine lange Zeit, bis diese Lücke geschlossen werden konnte. Auch sie leben heute immer noch im Geiste bei uns.

In den ersten Monaten nach dem 2. Weltkrieg mußten Vereine, um sich wieder versammeln und aktiv werden zu dürfen, Genehmigungen von den jeweiligen Militärregierungen in den Besatzungszonen einholen. Robert Weiler schrieb am 5.11.46 an die amerikanische Militärregierung in Göppingen, mit der Bitte, daß die MK Hohenstaufen wieder Musikproben abhalten darf. Der Bruder, des ermordeten Präsidenten J.F. Kennedy, Robert Kennedy unterzeichnete damals die Erlaubnis für die Musikkapelle Hohenstaufen. Das Original ist nebenan abgebildet (leider sehr schlecht erhalten).
 
 
 
 
 
 

Bei der Neuzusammenstellung 1946 der Kapelle, wurde folgende Vorstandschaft gewählt:

        1. Vorstand       : Wilhelm Schurr
        2. Vorstand       : Fritz Seitz sen.
        Kassier              : Georg Widmayer
        Schriftführer    : Gustav Scheuffele
        stellv. Dirigent : Robert Weiler

Im gleichen Jahr konnte durch Umstellung der Kapelle der musikalische Spielbetrieb ausgedehnt und somit die schmerzlichen Lücken ausgeglichen werden. Musikbegeisterte Jungen und Männer, Neubürger, die hier in Hohenstaufen eine neue Heimat gefunden haben, gesellten sich zu der Kapelle um das Musikspielen zu erlernen.

Ein Höhepunkt in der Geschichte der Musikkapelle Hohenstaufen war die Durchführung des Bergkrönungs- und Jugendmusikertreffen auf dem Hohenstaufen, arrangiert mit der Bezirksleitung VI Teck/Fils im Jahre 1952.

Die Kapelle hatte wieder eine normale Spielstärke und konnte im Jahre 1953 in Plochingen in der Oberstufe einen 1b Preis mit nach Hause nehmen. Schon ein Jahr später, im Jahre 1954 beteiligte sich die Kapelle im Wertungsspiel beim Musikfest in Esslingen und erhielt in der Oberstufe die Note "sehr gut".

Musikfest in Esslingen
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Einige Pokale und Auszeichnungen der MK Hohenstaufen
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Der Erfolg blieb nicht aus, auch in finanzieller Hinsicht und es wurde möglich, verschiedene dringend benötigte Instrumente zu beschaffen.

Durch unseren Musikkameraden Alfred Panz, der in die Schweiz übersiedelte, konnten wir im Jahre 1955 freundschaftliche Bande mit der Musikgeschellschaft Hägendorf-Rickenbach auf dem Hohenstaufen schließen. Die Musikkapelle erwiderte im Jahre 1956 den Gegenbesuch und war zwei Tage zu Gast in der Schweiz.

Durch Neuzugänge von musikbegeisterten jungen Männern zu der Musikkapelle wuchs die Kapellenstärke zusehends. Dies hatte zur Folge, daß der Übungsraum in der Gaststätte "zum Hohenstaufen" für die Kapelle zu klein wurde. Nach einer Reihe verschiedener Übungsräume wurde der Kapelle ein Übungsraum in der alten Schule bei der Kirche zugesprochen.

Im Jahre 1957 stand dann das 50jährige Jubiläum auf dem Programm. Dieses große Fest, das auf dem damaligen Festgelände bei der Turnhalle abgehalten wurde, war ein großer Erfolg für die Musikkapelle. Ein Höhepunkt dieses Festes war jedoch die Teilnahme der Musikgesellschaft Hägendorf-Rickenbach, die durch ihr Konzert diesem Jubiläum eine besondere Note gab.

Im selben Jahr wurde auch das 1. Bergfest veranstaltet, so wie es heute noch auf dem Gipfel des Hohenstaufen abgehalten wird. Nach dem 50jährigen Jubiläum begann ein neuer Zeitabschnitt für die Musikkapelle, der sich durch einen Wechsel in der Vorstandschaft ausdrückte. Die Geschicke der Kapelle wurde nun anderen Mitgliedern anvertraut und an folgende Personen übertragen:

        1. Vorstand        Fritz Seitz jun.
        2. Vorstand        Karl Steinrock
        Kassier und Dirigent führten ihr Amt hervorragend weiter.

Um in der Öffentlichkeit ein einheitliches Bild darzustellen, wurde lt. Protokoll eine blau-graue Uniform in Auftrag gegeben, bei der jedes Mitglied einen Kostenanteil tragen sollte. Bald darauf nahm die Kapelle 1959 bei dem Musikfest in Deizisau teil Die Kapelle konnte sich unter der Leitung von Ernst Hausch in der Mittelstufe einen 1. Preis erspielen. Im Jahr 1960 legte dann der 71jährige Ernst Hausch den Dirigentenstab aus gesundheitlichen Gründen nieder. Aufgrund seiner sehr guten Leistungen und seinem beispielhaften Einsatz für die Kapelle wurde er zum Ehrendirigenten der MK Hohenstaufen ernannt.

Da wieder viele Jugendliche der Kapelle beitraten, mute sehr schnell wieder ein Dirigent gefunden werden. Wilhelm Schurr leitete dann die Kapelle bis Herr Fricke aus Eislingen als Dirigent gewonnen werden konnte. Auch das Amt des 2. Vorstandes wurde neu vergeben. Dies geschah in Walter Pesch, der für dieses Amt gewählt wurde.

Unter der Leitung von H. Fricke nahm die Kapelle 1961 am Musikfest in Süßen teil, und konnte sich in der Mittelstufe einen 1a Preis erspielen.

Danach ergab sich ein erneuter Wechsel im Amt des Dirigenten. Der damalige Lehrer von Hohenstaufen, Wolfgang Pfautz, übernahm den Dirigentenstab der Kapelle. Unter seiner Leitung konnte die Kapelle dann 1962 am Bundesmusikfest in Ludwigsburg teilnehmen und erspielte vor einem internationalen Schiedsgericht in der Oberstufe einen 2. Rang. Ebenso besuchte die Musikkapelle die Musikgesellschaft Hägendorf-Rickenbach in der Schweiz, zu deren Jubiläum die Kapelle ein Festkonzert mit großem Erfolg abhielt. Diese Reise war in musikalischer und kameradschaftlicher Sicht ein voller Erfolg und steigerte somit auch das Ansehen der Kapelle in der Schweiz.

Nach dem Musikfest in Kirchheim schied dann Dirigent Wolfgang Pfautz aus beruflichen Gründen aus seinem Amt als Dirigent aus. Zwischenzeitlich half der Ehrendirigent der Kapelle ernst Hausch aus und dadurch konnte man auch 1965 die MK Kelchsau in Tirol, verbunden mit einem 3 tägigen Ausflug, besuchen. Auch diese Reise war musikalisch und kameradschaftlich ein großer Erfolg, der den Zusammenhalt in der Kapelle stärkte.

Nach zwei mühevollen Jahren wurde dann in Franz Hoffmann ein neuer Dirigent gefunden. Schon nach zwei Platzkonzerten konnte man feststellen, daß in der Kapelle ein neuer Geist herrscht. 1967 wurde dann das 60jährige Bestehen der Kapelle unter Leitung von Franz Hoffmann erfolgreich durchgeführt. Anschließend erreichte die Kapelle in einem Wertungsspiel in Gingen einen 1. Rang in der Mittelstufe. 1968 kam es dann zu einem Freundschaftstreffen zwischen der MK Hohenstaufen und der Musikgesellschaft Hägendorf-Rickenbach in Laupheim, um diese kameradschaftliche Bindung weiter zu stärken und zu festigen. Doch nach Sonne folgt bekanntlich Regen. Durch den Tod unseres sehr geschätzten Musikkameraden Fritz Seitz sen. ging der Kapelle ein wichtiger Klangkörper und Kamerad verloren. zu dieser Zeit schloß auch die seitherige Lokalwirtin der Kapelle, Emma Dannenmann, aus gesundheitlichen Gründen ihr Gasthaus. Der Gastwirt Karl Mayer erklärte sich bereit, der Musikkapelle in seinem Gasthaus "zum Waldhorn" ein neues Heim zu geben.

Das Jahr 1972 begann mit einem Wechsel im Amt des Kassiers, das bis zu diesem Zeitpunkt Georg Widmayer hervorragend geführt hatte. Als Anerkennung für seine Leistungen wurde ihm ein Geschenk überreicht. Als neuer Kassier wurde Artur Lehmann in sein neues Amt eingewiesen.

Im gleichen Jahr traten dann auch sehr viele Jugendliche der Kapelle bei. Durch Abhalten mehrerer Platzkonzerte konnten dringend benötigte Instrumente für die Jugendlichen gekauft werden.

Besuche beim Preisspielen in Senden und beim Jubiläum des MV Gingen wurden mit Erfolg abgehalten. Durch Unterstützung der Stadt Göppingen konnte dann die Kapelle ihr erstes Kinderfest auf dem Festgelände bei der Schule gestalten. Nach dem schönen Ausflug an den Haldensee wurde beschlossen, einige Jungmusiker zu einem Fortbildungslehrgang in die Musikschule Lichteneck zu schicken, um sie in theoretischen Kenntnissen und praktischem Spielen zu fördern.

In Verbindung mit dem Filstalmusikertreffen gestaltete unsere Partnerkapelle, die Musikgesellschaft Hägendorf-Rickenbach aus der Schweiz, mit einem Konzertabend das Sommerfest 1976. Es war ein voller Erfolg unserer Schweizer Gäste, die auch von der Hohenstaufener Einwohnerschaft freundlich aufgenommen wurden.

Veranstaltungen, wie die Kinderfeste in Jebenhausen und Bezgenriet, die die Musikkapelle gestaltete, steigerten auch das Ansehen der Kapelle im Kreis. Ein großer Erfolg wurde auch die Sternwanderung an Himmelfahrt in Verbindung mit dem traditionellen Bergfest, das zusammen mit dem Albverein organisiert wurde. Auch die gemeinsame Faschingsveranstaltung der Musikkapelle mit dem TSV 1977 bestätigte die Bereitschaft zur Zusammenarbeit der Kapelle mit den örtlichen Vereinen.

Im selben Jahr wurde Wilhelm Schurr für seine jahrelangen Verdienste in der Kapelle und seine 53jährige Zugehörigkeit zum Ehrenmitglied ernannt.

Als Patenkapelle besuchte die MK Hohenstaufen das 50jährige Jubiläum des MV Ottenbach und demonstrierte ihre musikalischen Leistungen mit Erfolg. Um das kameradschaftliche Verhältnis der Kapelle zu festigen wurde ein 2tägiger Ausflug ins schöne Zillertal veranstaltet und fand großen Anklang in der Kapelle, denn schöne Ausflüge sind genauso wichtig wie regelmäßige Musikproben.

Als dann Dirigent Franz Hoffmann aus gesundheitlichen Gründen sein Amt niederlegte begann eine schwere Durststrecke für die Kapelle. Die jährliche Jahresfeier war in Frage gestellt. Vizedirigent Erich Schurr leitete in dieser schweren Zeit die Kapelle. Unter seiner Leitung konnte dann doch eine Jahresfeier mit großem Erfolg veranstaltet werden.

1980 konnte dann Josef Kreipl aus Salach als Dirigent gewonnen werden.

Wenig später wurde die Musikkapelle vom Süddeutschen Rundfunk beauftragt, den Vorspann und die Einleitung der bekannten Live-Sendung "Zum Blauen Bock" mit Heinz Schenk zu gestalten. Millionen Zuschauern im ganzen Bundesgebiet sahen die Musikkapelle und den Ort Hohenstaufen mit seinem Kaiserberg.
 
 
 
 
 
 
 

Im selben Jahr besuchte die MK Hohenstaufen, verbunden mit einem Ausflug, ihre Schweizer Musikkameraden und beeindruckte die sonst konzertmusikgewohnten Schweizer mit zünftiger Bier- und Volksmusik. Es war ein Erfolg auf der ganzen Linie.

Weitere Festbesuche standen auf dem Programm. So zum Beispiel die Fahnenweihe 1981 in Wäschenbeuren, das Filstalmusikertreffen und das Schurwaldtreffen in Börtlingen, bei denen die Kapelle unseren Kaiserberg würdig vertrat.

Daß die Musikkapelle nicht nur musikalisch sondern auch sportlich einiges zu bieten hat, bewies sie beim örtlichen Kleinfeldturnier 1981. In einem spannenden Endspiel gewann die Abteilung Fußball der Kapelle unter der Leitung von Heinz Rösel nach Verlängerung 4:3 über eine gut spielende Mannschaft des FC Maitis. Dieser Sieg gab den Anlaß "ausgiebige" Hüttenfeste zu feiern und die Kameradschaft zu festigen.

1981 wurden auch wieder etliche Jungmusiker in die Musikschule nach Lichteneck geschickt. Ein Zeichen dafür, daß die Musikkapelle, insbesondere Fritz Seitz, gewillt ist, den Jungmusikern eine gute musikalische Schulung zu ermöglichen. Mit Ausblick auf das 75jährige Jubiläum schloß man das Jahr 1981 mit einer Jahresfeier erfolgreich ab.

Unsere MK Hohenstaufen, vor nunmehr 75 Jahren von musikbegeisterten Männern auf dem Hohenstaufen gegründet, hat in wechselvollen zeiten seit ihrem Bestehen den Werdegang und das Wachstum unserer Heimatgemeinde begleitet und unsere Einwohnerschaft in frohen und schweren Zeiten mit ihrem Spiel erfreut. Das Musikalische war schon immer ein positiver Wesenszug unserer Bevölkerung, dem die aktiven Musiker hörbaren Ausdruck verliehen haben. Wir sind daher allen Freunden und Gönnern der Musikkapelle, insbesondere jenen, die in ihrer Eigenschaft als Vorstand, Dirigenten, Kassiere, Notenwarte und Ausbilder besondere Verantwortung tragen, aber auch allen jungen und alten Musikern, unseren Förderern und Gönnern zu großem Dank verpflichtet, daß sie auf ihre Weise der Volksmusik in Hohenstaufen gedient haben.